Frankenbadfreunde fordern Zeitplanung für Folgenutzung und Prüfaufträge

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades fordern mit einem Bürgerantrag von der Stadt Bonn eine Zeitplanung für die Folgenutzung des Frankenbades und stellen Prüfaufträge für den Erhalt und Attraktivitätssteigerung des Lehrschwimmbeckens sowie die Ansiedelung des House of Jazz im Frankenbad.

Mit dem Bürgerentscheid Kurfürstenbad ist der Weg für das neue Schwimmbad in Wasserland und die Umsetzung des Grundsatzbeschlusses zum Bäderkonzept vom 22.09.2016 frei gemacht worden. Die Stadt Bonn und die Stadtwerke als Bauherr streben eine Eröffnung des neuen Schwimmbads in 2020 an. Zu diesem Zeitpunkt soll der Schwimmbetrieb im Frankenbad aufgegeben werden. Während die Planung für das neue Schwimmbad mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs und der laufenden Konkretisierung der Siegerentwürfe vergleichsweise weit fortgeschritten ist, ist der Planungsprozess für das Folgenutzungskonzept noch nicht eingeleitet worden.

Folgenutzungskonzept mit Bürgerbeteiligung zügig erarbeiten

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. i.Gr. setzen sich seit ihrer Gründung im September 2016 dafür ein, dass sich im Herzen des Macke-Viertels und der Altstadt das Dilemma des Viktoriabades/Viktoriaviertels nicht wiederholt. Deshalb fordert der Verein nun per Bürgerantrag von der Stadt, noch vor der Sommerpause eine Zeitplanung für den gesamten Planungsprozess zur Findung von Folgenutzungen den zuständigen Gremien zur Beratung vorzulegen. Der Zeitplan soll sicherstellen, dass unmittelbar nach der Stilllegung des Schwimmbetriebs ein zukunftsfähiges und mit der Bürgerschaft abgestimmtes Folgenutzungkonzept in die Realisierungsphase gehen kann. Dies dürfte nicht nur im Interesse der Bewohner des Viertels, sondern auch der Stadt Bonn sein.

Die Bürger sollen in den gesamten Planungsprozess intensiv eingebunden werden. Aufgrund eines Antrags der Frankenbadfreunde stehen Mittel für einen Bürgerbeteiligungsprozess im städtischen Haushalt für 2017 zur Verfügung. Damit der Beteiligungsprozess in diesem Jahr starten kann, hat der Verein beantragt, noch vor der Sommerpause der Bezirksvertretung Bonn einen Vorschlag zur Ausgestaltung des Bürgerbeteiligungsprozesses zur Beschlussfassung vorzulegen. Mit ihrer gut besuchten Ideenbörse am 31.03.2017 haben die Freundinnen und Freunde des Frankenbades e.V. i.Gr. den Diskussionsprozess über mögliche Folgenutzungen für das Frankenbad eingeleitet. Am kommenden Samstag, den 13.05.2017, wird der Verein beim Macke-Viertel-Fest auf dem Frankenbadplatz die Ergebnisse der Ideenbörse präsentieren und weitere Ideen sammeln. Alle gesammelten Ideen werden danach der Verwaltung übergeben, damit sie in den Beteiligungs- und Planungsprozess Eingang finden können.

Prüfaufträge zur Folgenutzung des Frankenbades

Bei der Ideenbörse wurden vielfältige kreative Folgenutzungsideen aus den unterschiedlichsten Bereichen unter anderem aus Kultur, Begegnung, Sport und Gesundheitsförderung vorgetragen. Der Verein glaubt, dass ein Folgenutzungskonzept, das Kultur, Sport und Begegnung unter einem Dach vereint, von hoher Strahlkraft für die UN-Stadt Bonn sein könnte. Bestandteil des Bürgerantrags sind deshalb auch zwei Prüfaufträge für mögliche Folgenutzungen als Bausteine eines integrativen Gesamtkonzepts.

Die Verwaltung soll zum einen prüfen, ob unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes eine Erhaltung und Attraktivitätssteigerung des Lehrschwimmbeckens möglich ist. Hierdurch könnte nicht nur ein schulnahes Schwimmangebot, insbesondere für die Grundschulen im Bonner Norden, erhalten bleiben. Ein attraktiver gestaltetes Lehrschwimmbecken könnte zugleich den Anker für ein zeitgemäßes gesundheitsförderndes Sportangebot bilden.

Zum anderen soll die Verwaltung beauftragt werden zu prüfen, ob das Projekt „House of Jazz“ als Baustein eines zukunftsweisenden integrativen Folgenutzungskonzepts im Frankenbad realisiert werden könnte, sofern eine Bewerbung der Stadt Bonn um das Projekt erfolgen kann. Nach Auffassung der Antragsteller bieten das bunte und kreative Macke-Viertel und die Altstadt ideale Voraussetzungen für ein weltoffenes Haus für Begegnung, das Zentrum für musikalische Integration und Kommunikation zwischen den Kulturen werden soll. Mit dem in Bonn-West geplanten Rock- und Popzentrum und den vielfältigen kreativen Veranstaltungsorten im Macke-Viertel (Kreuzung an Sankt Helena, Künstlerforum, Kunstverein, GKG, Frauenmuseum, Kult4, Fabrik45 etc.) könnten zusätzliche Synergieeffekte erzielt werden. Das in die Jahre gekommene Baudenkmal könnte in einen Standort mit internationaler Strahlkraft transformiert und das Macke-Viertel als Kulturstandort für experimentelle noch nicht etablierte Kunst gestärkt und weiter ausgebaut werden.

Der Verein hofft, dass die in der außerordentlich qualitätvollen Architektur des Baudenkmals liegenden Chancen für ein integratives zukunftsweisendes Leuchtturmprojekt erkannt und genutzt werden.

Die Freundinnen und Freunde des Frankenbads e.V. i.Gr. haben zur Kenntnis genommen, dass die SPD-Ratsfraktion das Ergebnis des Bürgerentscheids zum Kurfürstenbad respektiert und sich konstruktiv an der Wettbewerbsjury für das neue Schwimmbad beteiligt hat. Der Verein hofft, dass die Oppositionsparteien nach dem Bürgerentscheid ihre bisherige ablehnende Haltung zur Bürgerbeteiligung für ein Folgenutzungskonzept aufgeben und zum Wohle des Viertels und der Gesamtstadt am Folgenutzungskonzept konstruktiv mitwirken werden.

Hier der Bürgerantrag als PDF:

Download (PDF, 59KB)

 

Torsten

Geboren in Bonn und aufgewachsen in Bonn und Italien tingelte der Autor durch die Welt, lebte in Frankreich, Kanada, den Niederlanden, Köln und Berlin und kehrte 2003 mit viel Heimweh zurück in seine wunderschöne Heimatstadt. Inmitten einer großen Patchworkfamilie mit zwei wundervollen Kindern kümmert er sich um Meine-Altstadt-Bonn.de. Wenn er nicht skifahren ist...

2 Kommentare

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  • Kurz vor der Landtagswahl lichtet sich der Nebel.
    Eine breite Mehrheit von CDU, FPD, Grüne und SPD wird als Befürworter des neuen Schwimmbads deutlich.
    Auch die SPD-Ratsfraktion verabschiedet sich nun öffentlich vom Frankenbad als öffentlichem Schwimmbad.

    Nur wenige Tage nach dem Bürgerentscheid hat die SPD am 26.04.2017 einen Antrag für den 4 Tage nach der Landtagswahl tagenden Sportausschuss eingereicht. Ziel der SPD ist: “Einer weiteren großen Auseinandersetzung wegen der geplanten Schließung des Frankenbades ist unbedingt entgegenzuwirken. Vielmehr ist ein guter Kompromiss zu finden, der dafür Sorge trägt, dass die Menschen sich mitgenommen und ernstgenommen fühlen.” Deshalb hat die SPD beantragt: “mit der Bürgerschaft eine Lösung für den Erhalt des Frankenbades mindestens als Schul- und ggf. Vereinsschwimmbad zu erarbeiten”
    http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/17/1711358.pdf

    Werden hier Nebelkerzen beim Rückzug geworfen? Wer soll das bezahlen?
    Die Betriebskosten für das Frankenbad belaufen sich auf ca. 1,4 Mio. jährlich. Auch der SPD dürfte bekannt sein, dass es derzeit in Bonn keinen Verein gibt, der das stemmen könnte.

    Die SPD setzt weiter auf ihre bekannte Doppelstrategie. Während Sven Stumpf, Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins Bonn-Mitte und Mitglied der Initiative Frankenbad bleibt Schwimmbad, per GA verkündet, mit dem Ausgang des Bürgerentscheids sei der Kampf um das Frankenbad noch nicht beendet (von ihnen käme noch was), respektiert die SPD-Ratsfraktion das Ergebnis des Bürgerentscheids. Die SPD wirkte als einzige Oppositionspartei in der Wettbewerbsjury für das neue Schwimmbad mit.

    Sven Stumpf muss sich fragen lassen, ob er noch mit oder schon gegen seinen Parteifreund und Landtagskandidaten Peter Kox kämpft, der als Mitglied der SPD-Ratsfraktion den Antrag mit zu verantworten hat.

    Im Unterschied zur SPD haben die anderen Oppositionsparteien (Linke, BBB und die Linksliberalen) nicht an der Wettbewerbsjury für das neue Schwimmbad teilgenommen, die Informationspolitik des Oberbürgermeisters im Vorfeld der letzten Ratssitzung kritisiert und gegen die Feststellung des Ergebnisses des Bürgerentscheids im Rat gestimmt.

    Da kommt einem das bekannte Sprichwort in den Sinn.

  • Jamaika steht am Scheideweg.
    Für eine GROKO müsste die SPD der CDU und FDP mehr bieten als die Grünen.
    Laut GA von heute: “Ich beobachte nur sehr genau, ob die SPD sich konstruktiv verhält”, sagte Peter Gilles, CDU-Fraktionsvorsitzender.

    Verabschiedet sich die SPD-Ratsfraktion deshalb vom Erhalt des Frankenbads als öffentliches Schwimmbad?
    Sozusagen ein kleines nettes Verlobungsgeschenk?

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