Flüchtlingen Freude schenken – zum Erntedank einladen

Auch wenn wir mitten in der Stadt meist nicht mehr so viel davon mitbekommen, da Supermarktgemüse immer Saison hat: Herbstzeit ist Erntezeit und im Oktober feiern die christlichen Religionen Erntedank. Wie der Name unschwer erraten lässt, drücken Christen damit Gott ihre Dankbarkeit für die Ernte aus. Und auch wenn man nicht christlich oder generell religiös ist, sollten wir immer mal wieder innehalten und dankbar sein für das, was wir haben. Denn wie gut es uns hier geht, wurde uns in den letzten Monaten in den Medien und auch in unserer direkten Nachbarschaft sehr deutlich gemacht.

Unfreiwillig aus der Heimat vertrieben

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Die große Zahl an Flüchtlingen, die in den letzten Monaten zu uns gekommen ist, relativiert unsere eigenen größeren und kleineren Probleme. Die meisten Flüchtlinge, die neu in unserer Gesellschaft ankommen, haben unvorstellbare Odysseen hinter sich, haben Familie, Freunde, Haus und Heimat zurück lassen müssen, um ihr Leben zu retten. Haben Familienmitglieder verloren, in ihrem Ursprungsland Grausames erlebt, keine Perspektive gesehen und sich die Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen, trotzdem sicherlich nicht leicht gemacht.

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Die meisten von uns haben im Gegensatz dazu ein Zuhause mit all seinen Vorzügen, eine vertraute Umgebung, das Gefühl von Heimat und Sicherheit, Freunde und Familie, eine Arbeit oder eine andere Beschäftigung, die uns mit Sinn erfüllt, Hobbies…alles in allem ein gutes Leben, für das wir dankbar sein sollten. Was sind ein paar Euro zu wenig auf dem Konto und ein paar Kilo zu viel auf der Hüfte im Vergleich zu den vielen unterschiedlichen, aber eigentlich immer tragischen Lebensgeschichten der Neuankommlinge.

„Refugees Freude schenken“ – die helfende Bürgerinitiative

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Allein in der Bonner Nordstadt sind momentan in fünf Notunterkünften etwa 400 Flüchtlinge aus unterschiedlichen Nationen untergebracht, weitere Unterkünfte sind in Planung oder werden gerade bezogen. Dankbarerweise ist die Hilfsbereitschaft in Bonn und der Altstadt sehr groß, es gibt viele Sach- und Geldspenden, auch bieten viele Ehrenamtliche unterschiedliche Aktivitäten an.

Die Initiative „Refugees Freude schenken“ ist aus einem Post auf Facebook und der daraus resultierenden Hilfsbereitschaft entstanden und versucht nun, Aktivitäten zu bündeln und etwas Struktur in die teilweise unübersichtlichen Prozesse zu bringen. Auch hat sich eine Task Force gegründet, die versucht, schnelle Unterstützung unterschiedlicher Art für die Notunterkünfte zu organisieren.

Flüchtlinge zum Erntedank nach Hause einladen

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Das christliche Erntedankfest und die vor allem in Amerika übliche Art, dies mit einem reichhaltigen Essen mit Familie und Freunden zu feiern und auch neue Nachbarn einzuladen, hat die Initative zum Anlass genommen, die Bonner Bevölkerung zu bitten, die Neuankömmlinge in unserer Gesellschaft zum Essen einzuladen. So kann man sich in entspannter Atmosphäre gegenseitig kennenlernen, eventuell vorhandene Ängste und Vorurteile abbauen und einen gemeinsamen Abend voll sicherlich neuer und interessanter Erfahrungen verbringen.

Anmelden und mitmachen

fae86f72540309f3cf8718becebc4396_Communication_Company_Vector_Logo_TemplatePraktischerweise bietet “Refugees Freude schenken” über ihre Webseite auch gleich das Angebot der Vermittlung: über ein Formular kann man sich registrieren und so noch bis zum 15. November an der Aktion teilnehmen. Man sollte die Flüchtlinge in ihrer Unterkunft abholen und sie wieder dorthin bringen – vielleicht bietet das auch die Gelegenheit, ihnen die schönen Ecken unserer Altstadt zu zeigen und sie so mit der Umgebung vertraut zu machen.

Wir haben uns angemeldet und würden uns freuen, wenn auch viele Altstädter dabei sind und uns von ihren Erfahrungen berichten! Wir würden gerne mit euren Berichten und Fotos (falls alle Beteiligten der Veröffentlichung von Fotos zustimmen) dann einen Artikel veröffentlichen, der zeigt, wie einfach es ist, anderen eine Freude zu bereiten.

Auf der Webseite der Initiative gibt es noch weitere Informationen dazu, wie man sich auf unterschiedliche Arten ehrenamtlich engagieren kann. Die App help2help oder die Webseite wird darüber hinaus von den Koordinatoren der Flüchtlingshilfe hier in Bonn genutzt, um den aktuellen Hilfsbedarf in den einzelnen Unterkünften einzustellen.

 

Bildmaterial: Josh Zakary, Martin LaBar, Caruso Pinguin

 

Frauke

Die gebürtige Brilonerin verschlug es vor über zehn Jahren nach Stationen in Australien und Leipzig dorthin, wo sie eigentlich nie hin wollte - ins Rheinland. Und auch nach dem Studium kam die Kulturwissenschaftlerin hier nicht mehr weg. Rückblickend wohl ein Wink des Schicksals, denn inzwischen kann sie sich keinen besseren Ort zum Leben mehr vorstellen als die Bonner Altstadt mit seinen liebenswerten Menschen und Geschichten und dem besonderen Flair. Sauerländerin mit Leib und Seele bleibt sie trotzdem, denn das eine schließt das andere ja nicht aus!

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